Import genehmigungspflichtiger Abfälle im Jahr 2007 gestiegen
Umweltbundesamt veröffentlicht Statistik für das Jahr 2007
Deutschland importierte im Jahr 2007 rund 6,2 Millionen Tonnen (Mio.
t) genehmigungspflichtige Abfälle. Nach einem zweijährigen Rückgang
nahmen die Importe somit wieder zu - trotz des im Jahr 2005 in Kraft
getretenen Ablagerungsverbotes für organische Abfälle. Die Menge
liegt jedoch immer noch unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2004
(damals: 6,5 Mio. t). Der Export ist hingegen mit 1,8 Mio. t leicht
zurückgegangen. Für 2008 erwarten die Fachleute keine großen
Veränderungen gegenüber dem Jahr 2007. Genehmigungspflichtig sind
Abfälle mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie Altöl oder bleihaltige
Abfälle sowie andere, mit Umweltrisiken behaftete Materialien wie
Klärschlamm oder mit Anstrichstoffen behandeltes Holz.
Die meisten importierten Abfälle kommen weiterhin aus den
Niederlanden (2,3 Mio. t), Italien (1,3 Mio. t), gefolgt von
Frankreich, Belgien und Irland mit jeweils rund 380.000 t. Es handelt
sich vor allem um Schlacken, Aschen und Filterstäube (1,5 Mio. t),
Abfälle aus behandeltem Holz (1,1 Mio. t), Restfraktionen aus
Abfallsortieranlagen (600.000 t), Gülle und Klärschlamm (500.000 t),
kontaminiertem Boden (370.000 t), Altöl und gebrauchte Lösemittel
(240.000 t).
Deutschland exportierte vor allem Restfraktionen aus
Abfallsortieranlagen, (500.000 t), Abfälle aus behandeltem Holz
(230.000 t), Pferdemist (220.000 t), Schlacken, Aschen und
Filterstäube (190.000 t) sowie gemischten Hausmüll (160.000 t).
Hauptabnehmer waren die Niederlande, Belgien, Frankreich und die
Schweiz (je rund 300.000 t) sowie Polen mit 200.000 t.
Die meisten nach Deutschland importierten Abfälle werden stofflich
verwertet (2,5 Mio. t), verbrannt (1,9 Mio. t) oder auf Deponien
abgelagert (780.000 t).
1,2 Mio. t der aus Deutschland exportierten Abfälle wurden stofflich
verwertet oder darin enthaltene wertvolle Bestandteile zurück
gewonnen, rund 640.000 t wurden verbrannt.
Bei den nicht genehmigungspflichtigen Abfällen - vor allem
Metallschrott, Altglas, Altpapier, Kunststoff- und Textilabfälle -
stieg das Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls. Der
Export liegt nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen
Bundesamtes bei 19,4 Mio. t, der Import bei 14,1 Mio. t.
Haupthandelspartner für Ein- und Ausfuhr sind auch hier die
Niederlande mit insgesamt 11 Mio. t.
Wichtigstes nichteuropäisches Ausfuhrland für nicht
genehmigungspflichtige Abfälle ist die Volksrepublik China mit 1,4
Mio. t, die dort verwertet werden.
Abfall ist ein Wirtschaftgut und Im- und Exporte sind schon lange
Realität. Der europäische Binnenmarkt und der Grundsatz der
Warenverkehrsfreiheit erlauben den grenzüberschreitenden Verkehr mit
Abfällen ausdrücklich. Ziel dieser Regelung ist, den Abfall dorthin
bringen zu können, wo moderne Technik kostengünstig zur Behandlung
bereit steht. So ist zum Beispiel das Verwerten des Abfalls im
Ausland besser als die bloße Beseitigung im Inland.
Allerdings sind zum Schutz der Umwelt wichtige Einschränkungen zu
beachten: Für die Ein- und Ausfuhr umweltrelevanter Abfälle sind
behördliche Genehmigungen erforderlich. Diese sollen unsachgemäße
Abfallentsorgung zu Dumpingpreisen verhindern. Die Ausfuhr
gefährlicher Abfälle in Staaten, die nicht als Industrieländer der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) angehören, ist verboten.
Die Ursachen für den Anstieg der Importmengen über mehr als zehn
Jahre sind vielfältig: Zum einen hat Deutschland moderne
Entsorgungsanlagen und freie Kapazitäten, die in anderen Staaten
fehlen. Auch die Abfallart ist zu betrachten: Zum Beispiel wird
Hühnertrockenkot aus den Niederlanden auf den landwirtschaftlichen
Flächen Deutschlands als Dünger verwertet, der in den Niederlanden
nicht ausgebracht werden kann, weil dort mehr Abfall anfällt, als auf
landwirtschaftlichen Flächen sinnvoll zu nutzen wäre.
Im grenznahen Bereich sind die kurzen Transportwege zwischen
Abfallentstehungs- und Entsorgungsstelle sowohl bei Ein- als auch
Ausfuhr eine wichtige Ursache für grenzüberschreitende Transporte.
Die derzeit relativ hohe Exportmenge ist weitgehend auf das im Jahr
2005 in Kraft getretene Ablagerungsverbot für organische Abfälle auf
Deponien zurückzuführen.
Detaillierte Statistik und weitere Informationen sind im Internet
unter der Adresse
http://www.umweltbundesamt.de/abfallwirtschaft/abfallstatistik/basel.h
tm veröffentlicht.